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Re: Krasse Fehler beim Einschleichen und die Konsequenzen

Montag 16. Mai 2011, 20:26

hi zurück... ;)

die von @warzo eingebrachte "pränatale analyse" finde ich hochinteressant. ich wußte nicht, daß derartig hochkarätige forschung schon so lange existiert. natürlich hat bereits die existenz im mutterleib auswirkung auf ein "leben danach"...was wunder?!? und da kann man eben glück, oder pech haben - womit wir mal wieder bei unserem lieblingsthema "sujekt vs. objekt" wären, oder? und, daß diese erstformatierung erheblichen grundeinfluß auf die ganze persönlichkeit haben wird, ist ja wohl klar, wie kloßbrühe...und zwar bei jedem - nicht nur bei den extemfällen.

bei...

Willo hat geschrieben:Was die Scham angeht: ist es nicht so, dass die wirklich "toxische", selbstzerstörerische Scham vor Allem in Bereichen greift, an denen man - objektiv - gar keine Schuld hat?


hab ich noch verständisprobleme!

wo kommt denn scham bitte her, bzw. sauf ich jetzt, weil ich mich schäme, oder umgekehrt? war bei mir beides NIE der fall. ich schäme mich nicht dafür, daß ich ein säufer bin...ich habe mich im übrigen auch immer am nächsten morgen nur geärgert (irgendwann), daß ich wieder auf´s maul flog...aber geschämt...nö. unabhängig davon sind bestimmte "unabänderlichkeiten" manchmal sehr hilfreich dabei, seine scham über bord zu werfen...wenn man am nächsten tag das gleiche programm vor hat... :))
wenn man allerdings ständig darauf bedacht ist, seine wirkung auf andere zu steuern, tja dann...kriegt man das komplettpaket mit scham und angst.

scham ist gesellschaftlich definiert und wird entsprechend früh transportiert und anerzogen...auf unendlich vielen wegen...ist irgendwo bei moral? (warum auch immer) verortet und frißt sich immer weiter rein. es soll menschen geben, die schämen sich dafür, daß sie nur einen halbsogroßen flachbildfernseher haben, wie der nachbar! (und ich meinen hier keinen neid, freunde!)

scham ist widerlich, menschenverachtend und kontraproduktiv, wenn man versucht seinen weg diese paar verschissenen jahre hinter sich zu bringen! ! ! mit einem wort: eine bescheuerte erfindung (okay, das waren drei... ;) ). ich bedaure jedes kind, das irgendwann beginnt, sich badehose und -anzug zu nehmen!

womit ich keineswegs behaupten will, daß ich eine gesellschaft ohne norm- und wertvorstellungen propagiere - ganz im gegenteil!

aber mithilfe von schamgefühlen andere gefügig zu machen, halte ich für ein verbrechen!

grußp.

Re: Krasse Fehler beim Einschleichen und die Konsequenzen

Montag 16. Mai 2011, 21:28

@ Willo

zum Thema Widerstand hat Freud selbst einmal das folgende Beispiel genannt, das jeder von uns kennt: Du hast fürchterlich Zahnweh und gehst zum Zahnarzt, damit er dich von deinen Schmerzen befreit, aber sobald du die Zange siehst, willst du nur noch weg...

LG

Praxx

Re: Krasse Fehler beim Einschleichen und die Konsequenzen

Montag 16. Mai 2011, 22:11

@praxx

Die meisten bleiben aber sitzen. Trotz Angst. Und lassen es über sich ergehen. Keiner hat Lust auf die Zange.

Aber den meisten ist schon klar, dass sie sein muss.

Mitunter geben Zahnärzte dann aber eine Spritze, die manchmal etwas, manchmal aber auch gar nicht wehtut...könnte man das vielleicht mit einer Vertrauensbasis zwischen Therapeut und Klient umschreiben?

Wer vorher "wegläuft" hat dann selbst Schuld? Ist das dann Widerstand oder schlichtweg Angst?

Wäre es nicht an dem Zahnarzt dem Patienten diese Angst zu nehmen?

Meiner hat es regelmäßig geschafft.

Geht natürlich nicht immer mit "Business as usual"....schon klar ;)

Wer zum Zahnarzt geht erwartet (mittlerweile) eigentlich nicht mehr als "Business as usual", wer zum Therapeuten geht erwartet evtl. ein wenig mehr, sonst würde er da wohl nicht aufschlagen.

LGN

Re: Krasse Fehler beim Einschleichen und die Konsequenzen

Montag 16. Mai 2011, 23:12

@peppino

Scham ist immer (!) in einen gesellschaftlichen Kontext eingebunden. Ohne diesen existiert keine Scham.

Und dennoch glaube ich nicht, dass die Scham an sich ihren Ursprung in ihm hat. Er (der gesellschaftliche Kontext) stellt die Rahmenbedingungen dar, die Prädisposition ist in einem selbst angelegt.

Auf mich bezogen kann ich sagen, dass ich in meiner Kindheit eher schüchtern war. Schüchtern aber immer noch in der Lage diese Schüchternheit zu überwinden, wenngleich es mit Anstrengung verbunden war. Sehr viel Später hat Alk mir dann diese Anstrengung genommen.

Was war da vorgefallen?

Sorry, das würde den Rahmen des von Federico – hier zurecht – genehmigten Rahmen spregnen.

Nur soviel: War diese Schüchternheit von Anfang an da oder gab es da gewisse Vorkommnisse...?

Bei mir: wohl ja.

Interessantes Thema für die PT, ich freue mich schon drauf!

Im weiteren Verlauf meiner Kindheit hatte ich dann gelernt damit umzugehen, mich mit ihr einzurichten, sie zu überspielen und sie mir - um Gottes Willen - nicht anmerken zu lassen.

Dann kam die frühe Jugend inkl. Pupertät.

Auch da ging es noch...Mal mehr, mal weniger, gerade so mitunter, dann war sie kurzfristig vollkommen weg, dann kam sie wieder.

Dann kam das Alter um die 17/18. Erste Erfahrungen mit THC und da ging es dann wieder richtig los. Saßen wir zusammen und haben gekifft und haben dann einige getuschelt und gelacht, haben sie, so dachte ich damals, auf jeden Fall über mich getuschelt und gelacht.


Die Scham überwinden konnte ich regelmäßig mit Alkohol. THC hat mich schamvoll gemacht, Alk hat mir die Scham genommen.

Angst?!

Ist Angst nun der Auslöser von Scham, oder Scham ein Auslöser von Angst, ich weiß es nicht. Vermute jedoch, dass die Scham der Angst eher zugrunde liegt, als die Angst der Scham.

Scham=Bewertungsangst?

Vor einigen Jahren hat es begonnen, dass die Scham von mir gefallen ist.....das hält an bis heute und wird sich auch weiterhin positiv entwickeln. Es ist wohl so, dass man sich im Alter eher annimmt, als in jungen Jahren.

Aber der Gegenspieler der Scham ist auch nicht zu verachten. Der GrÖßeNWAHN.

...und der Größenwahn kommt auch auf verschiedenen wegen...wie der Alk, nicht wahr @ peppino, warzo, federico, willo, praxx, invorio....und all die anderen? ;)

Ich vermute mal, und dies betrifft auch die Moderation dieses Forums, dass "wir" fast alle diese Polaritäten gerade auch dieser Emotionen doch öfters wahrgenommen haben als uns vielleicht lieb ist.

Und wo wir gerade bei Admins und Moderatoren sind....

Ich glaube nicht, dass man ein Alkohol-und Baclofen-Forum betreiben kann, ohne auf die Hintergründe unserer Sucht einzugehen. Siehe Ameisen......ihr wißt was ich meine?

Da können sich mitunutner dann ganz kurios anmutenden Gedankensträne entwickeln, die aber vielleicht erstmalig, durch Baclofen durch Alkentzug, durch Hoffnung nach vorne drängen, und die .....auch raus müssen. Praxx als tiefenpschologischer PT könnte da vielleicht auch was zu sagen?

Auch wenn es in letzter Zeit hier etwas „hochher“ gegangen ist, von Seiten der lesenden User habe ich kaum etwas zu Lesen bekommen, dass dies nun gar nicht ginge. Ich bin guter Hoffnung, dass sich dass nun auch wieder legen wird.....ohne dass da jemand eingreifen muss.

Just my two cents.....
Nord-licht!

Re: Krasse Fehler beim Einschleichen und die Konsequenzen

Dienstag 17. Mai 2011, 13:45

praxx schrieb: Üblicherweise wird ein Thread, in dem nur mehr off-topic persönliche Animositäten ausgetauscht werden, einfach geschlossen! Und off-topic-Beiträge führen zur Ermahnung der User!

So gesehen, sind die Mods hier sehr, sehr tolerant - riskieren dafür aber, dass so mancher gegen den Strich gebürstete Foren-Kobold hier eine Spielwiese finden kann!


Na denn. Diese Spielwiese ist geschlossen.
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