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Registriert: Dienstag 31. Januar 2012, 06:23 Beiträge: 394
Malik hat geschrieben:
Und weil sie alle selbst mal soffen oder auch noch saufen, glauben die Freunde über alles Bescheid zu wissen. Eine überstandene Blinddarmoperation qualifiziert ja auch nicht zum Chirurgen.
Malik
Doch, probiers aus, ich glaube es klappt. Such Dir 5 Frende die mitspielen. Dann schreibt ihr 10 x-beliebige Entzugskliniken an, und bietet an Veranstaltungen zu machen. Eine sagt garantiert "Ja". Ob ihr qualifiziert seid interessiert keinen, quatscht ein paar Floskeln der Sekte nach, und der Klinikbeteiber ist auf eurer Seite.
Registriert: Sonntag 12. Februar 2012, 21:41 Beiträge: 92
rico hat geschrieben:
Such Dir 5 Frende die mitspielen. Dann schreibt ihr 10 x-beliebige Entzugskliniken an, und bietet an Veranstaltungen zu machen. Eine sagt garantiert "Ja". Ob ihr qualifiziert seid interessiert keinen, quatscht ein paar Floskeln der Sekte nach, und der Klinikbeteiber ist auf eurer Seite.
Hallo Rico,
entsetzliche Vorstellung. Aber ja, nach dem was ich bisher so gehört bzw. gelesen habe, kann ich mir das durchaus vorstellen. Ich war zu zwei Terminen - allerdings ist das schon viele Jahre her - bei SH Gruppen. Die einzige Qualifikation, die deren Mitglieder besaßen war die, daß sie einst oder immer noch soffen.
Jetzt noch was Bitterböses, dann aber wird von meiner Seite aus Schluß sein mit der Foren-/SH-Gruppenschelte, schließlich führt uns das hier nicht weiter:
Als Schüler, oder war es später?, egal wie, fiel mir mal ein Testbogen in die Hände. Ziel dieses Bogens war, ernst genommen habe ich das schon damals nicht, herauszufinden, ob man Alkoholiker sei oder nur alkoholgefährtet oder aber dem edelsten Teil der Gattung Mensch zuzuordnen. Eine der Fragen war:Trinken Sie mit Menschen unter Ihrem Niveau?", oder so ähnlich.
In den SH Gruppen aber hätte man von mir erwartet, mit genau solchen Menschen Trockenübungen zu betreiben.
Im Grunde genommen wäre das alles zum Lachen. Zum Lachen, wäre es nicht so gefährlich. Siehe mein obiges Beispiel mit der jungen Frau. Nicht auszuschließen, daß sie jetzt tatsächlich säuft.
Registriert: Freitag 27. November 2009, 17:11 Beiträge: 8253 Wohnort: München
Zitat:
Gibt es dieses Suchtgedächtnis oder nicht?
seit mehr als 20 Jahren fahndet man danach. Dein Hosentaschenreflex ist aber ein guter Neuanfang. Im ernst, es wurde bisher kein Beweis für das Vorhandensein erbracht. Das Suchtgen sucht man auch immer noch, wurde auch in Frankfurt 2011 trotz größter Mühen wieder nicht entdeckt.
Gibt es ein Sexgedächtnis oder nicht? Dazu fielen mir jede Menge Versuchsanordnungen ein.
Fest steht lediglich dass es ein Gedächtnis gibt. Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Die Hirnforschung steht gerade mal am Anfang und das Zusammenspiel der einzelnen Hirnareale ist trotz bildgebender Verfahren weitgehend unerforscht. Vorab wäre ja mal die Frage zu klären, „gibt es ein „Ich“ oder gibt es das nicht“. Richard-David Precht und Prof. Roth diskutieren in diesem Spiegel Artikel über den Stand der Dinge. Es ist, wie könnte es auch anders sein, ein Streitgespräch aber ein sehr interessantes.
LG Federico
_________________ „Es gibt keine Alternative zum Optimismus, Pessimismus ist Lebensfeigheit.“Richard David Precht
Registriert: Dienstag 31. Januar 2012, 06:23 Beiträge: 394
Ob es ein Suchtgedaechtnis gibt, oder nicht, ist eigentlich voellig egal. Es wird halt um die heutigen Therapiemethoden zu stuetzen gebraucht. Naemlich um irgendwelche Verhaltensmuster zu durchbrechen. Dass mich bei "durchbrechen" immer ein Brechreiz befaellt, mag mein Problem sein.
Ok, ich hoer das bashing auch auf.
Aber andererseits kann auch ein Kampf gegen die unmenschlichen Behandlungsmethoden, die uns doch angeblich kranken, durch Umerziehungslager angeboten werden, sinnvoll sein. Egal ob jetzt Baclofen die Loesung fuer alles ist, oder nicht.
Registriert: Freitag 27. November 2009, 17:11 Beiträge: 8253 Wohnort: München
@Rico und @all,
wir sind natürlich mit diesem Thema nicht „on topic“ aber wenn @malik nichts dagegen hat, ich empfinde es nicht als bashing. Aufarbeitung könnte man es nennen oder zukunftsorientiertes Brainstorming für neue Therapiemethoden. Dazu gehört schon eine Bestandsaufnahme die erstmal offen ausspricht, was viele denken.
Vorschlagsweise könnten wir hier abtrennen und in einem neuen Thread z.B. mit dem Titel „Sackgasse SHG“ Augen zu und durch? ernsthaft weiterbashen aber auch diskutieren wie eine zeitgemäße SHG aussehen könnte. Statt in dunklen Nebenzimmern kirchlicher Gemeinderäume sich unter Freunden an öffentlichen Orten, Cafes, Bars usw. treffen. In München findet so etwas in der Art seit Juni 2011 regelmäßig statt. Wir reden offen über alles mögliche, zu zweit und auch mal zu viert, Neuzugänge jederzeit Willkommen. Alkohol ist nur am Rande ein Thema, er wird nicht verschämt ausgeklammert aber auch nicht zwanghaft abgefragt, manchmal sogar getrunken.
Aus der Anonymität ins Licht, statt sich vorsichtig umzusehen ob einen auch ja niemand erkennt, ist zur Heilung von seelischen Belastungen sicher besser geeignet. Und Servus bis zum nächsten mal, klingt hundertmal gesünder als „Gute 24 Stunden“.
Vollkommen undenkbar wäre es heute für mich zu sagen: ich heiße Federico, ich bin Alkoholiker.
So wie Ben Kingsley in der rabenschwarzen Komödie „You kill me“ in dem er einen abgestürzten Mafiakiller spielt. Ich dachte ich falle vom Sofa, als er bei seinem ersten Meeting den Satz sagt: ich bin Frank, ich bin Alkoholiker. Ein Jahr später feiert er mit Kuchen seinen ersten Trockengeburtstag im Meeting und verkündet stolz: ich bin Frank, Alkoholiker und Auftragsmörder. Danke dass ich durch euch jetzt wieder meinen Job machen kann. Alle klatschen frenetisch Beifall.
LG Federico
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Registriert: Dienstag 31. Januar 2012, 06:23 Beiträge: 394
Die Abtrennung finde ich gut, schliesslich hast Du mir schon wieder ein Stichwort gegeben: Bars, Cafes. Mir wurde mal gesagt, ich duerfe an der Tankstelle keine Zeitung holen, weil die auch Schnaps verkaufen. Herr, schmeiss Hirn vom Himmel. Aber bitte in dicken, tiefgekuehlten Brocken.
Registriert: Sonntag 12. Februar 2012, 21:41 Beiträge: 92
Hallo,
mal eine eigenartige Frage: Wann eigentlich ist man Alkoholiker?
Wieder ein paar Beispiele:
- Einer meiner Dozenten trank täglich eine Flasche Wein. Bei Feiern auch mal mehr, betrunken sah man ihn aber nie. Ich war mit ihm mehrfach in orientalischen Ländern, wo man so ohne weiteres nicht an Alkohol kommt. Also wurde klaglos nichts getrunken. Nach der Rückkehr nach Deutschland trank er dann wieder. Der Mann ist jetzt fast achtzig, sehr fit, ich besuchte ihn zwischen den Jahren. Er trinkt jetzt so gut wie keinen Wein mehr, da er nur noch wenig verträgt, war aber ganz entsetzt als ich kein Glas wollte. Seine letzte wissenschaftliche Publikation liegt erst ein Jahr zurück - hochkarätig.
- Ein sehr guter Freund von mir trinkt täglich mindestens acht Flaschen Bier. Er sieht sehr schlecht aus, vernachlässigt sich auf erschreckende Weise, gerade auch in hygienischer Hinsicht, wochenlang die selben ungewaschenen Kleidungsstücke. Er bereitet mir enorme Sorgen. Er vertritt die Meinung, der Alkohol schade ihm nicht. Der soziale Absturz gewinnt bei ihm rasant an Geschwindigkeit.
- Ich bin auf einem Dorf aufgewachsen. Damals noch sehr ländlich strukturiert, heute Schlafstadt für Pendler. Daß erwachsene Männer ihre rund zwei Liter Bier am Tag tranken, war ganz gewöhnlich. Weder sie selbst, noch das Umfeld empfanden das als Alkoholismus. Dann Studium - zwei Liter Bier, ja sogar deutlich weniger, galten in der Stadt als sehr viel.
- Nach der Wiedervereinigung lebte ich für ein paar Jahre in Dresden. Zwei Liter Bier galten als nicht so viel.
- Längerer USA Aufenthalt: Es wurde zwar auch getrunken, aber verschämt und eher heimlich. Ich war nicht im Bible Belt sondern an der Ostküste. Hier wurden meine Vorurteile bestätigt.
- Längerer Englandaufenthalt. Eine gewisse Polarität im Trinkverhalten (offensichtlich auch hier religiös mitbedingt). Unsere Gruppe aber ging allabendlich in ein Pub, ein paar Pints Bier galten als normal.
Sollte die Beurteilung dessen, was man unter Alkoholismus bzw. Alkoholiker versteht, etwa kulturell geprägt sein? In Mekka gibt es keine Starkbierfeste (und keine Schweinswürstchen ;-) ), im Bible Belt dürfte es ähnlich aussehen.
Da ist schon einiges hinterfragenswert!
Daß vier Halbe oder ein Liter Wein tagaus, tagein in medizinischer Hinsicht nicht unbedenklich sind, liegt auf der Hand. Aber was ist mit meinem putzmunteren Prof? Meine Leberwerte waren auch immer ganz passabel, nicht wirklich gut, das wäre auch ein Wunder gewesen, aber auch nicht so schlecht. Noch im grünen Bereich wie mein Arzt zu sagen pflegte. Mein Freund jedoch baut körperlich und geistig fürchterlich ab. Aber schlechte Leberwerte sind kein Indikator von Alkoholismus. Was aber dann?
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